Epilog

Mourose hörte mitten in der Nacht ein leises Klopfen an ihrer Schlafzimmertür. Verwirrt stieg sie aus dem Bett und schloss die Tür auf. Draußen stand eine verschlafen aussehende Lydia mit ihrem Teddy in der Hand.
„Lydie, was ist denn mit dir los?“ fragte Mourose verwundert und gähnte.
„Ich kann nicht schlafen. Kann ich bei dir schlafen?“ antwortete sie und blickte mit großen Augen zu ihr. Mourose war natürlich von der Situation verwirrt, aber sie lächelte sanft.
„Na klar, mein Bett ist groß genug für zwei.“
Lydia tappte barfuss in das Zimmer und krabbelte unter die Decke. Mourose legte sich daneben und streichelte ihr den Kopf. Lydia war eigentlich viel zu alt für ein solches Verhalten. Doch da sie vor ihrer Zeit mit Luzifer eine furchtbare Kindheit gehabt hatte, war sie trotz ihrer hohen Intelligenz und Auffassungsgabe manchmal sehr kindlich und anhänglich, fast so als würde sie sich alles verpasste zurückholen wollen.
„Warum kannst du denn nicht schlafen?“ fragte Mourose leise.
„Papa und Lilly bringen sich gegenseitig um,“ sagte sie und kuschelte sich an ihren Teddy. Mourose hatte eine schreckliche Vorahnung. Hoffentlich stritten sie sich nicht wieder.
„Wie meinst du das?“ fragte sie Lydia flüsternd. Das Mädchen gähnte schläfrig.
„Zumindest klingt es so,“ grinste sie mit schon geschlossenen Augen und dämmerte darauf weg. Mourose atmete innerlich auf und legte sich in ihr Kissen zurück. Die beiden mussten wirklich verdammt laut sein, wenn sie Lydia damit geweckt hatten, schließlich waren alle Wände aus massiven Fels. Für einen Moment grübelte sie noch, ob am nächsten Tag irgendwelche Probleme zu lösen waren, oder mit wem sie irgendein wichtiges Gespräch führen musste. Doch nichts kam ihr in den Sinn. Ein seltenes Gefühl der Ruhe überkam sie. Neben ihr sah sie Lydia friedlich schlafen.
„Fröhliche Weihnachten,“ flüsterte sie ihr zu und losch das Licht.

© 2003 by Codo Stellaris